MNU Logo DIE MATHEKOLUMNE // Das Wissenschaftsjahr 2008 - Jahr der Mathematik
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Wir zählen auf Sie
- das Jahr der Mathematik

Dr. Annette Schavan
Bundesministerin für Bildung und Forschung
MNU Zeitschrift 2/2008


Kenntnisse in Mathematik sind heute mehr denn je in einer Vielzahl von Berufen unverzichtbar. Als Innovationsmotor trägt diese Wissenschaft gerade in den technisch-naturwissenschaftlich geprägten Zukunftsbranchen maßgeblich zum wirtschaftlichen Wohlstand bei.

Den Leserinnen und Lesern des MNU-Magazins sind diese Tatsachen bekannt – im laufenden Jahr möchten wir jedoch einer breiten Öffentlichkeit die Vielfalt, die Faszination und die Bedeutung der Mathematik nahe bringen: 2008 ist das Jahr der Mathematik. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktionen und Wettbewerben wollen wir das Image dieser Disziplin nachhaltig positiv prägen.

Von Mai bis Anfang September geht beispielsweise das Matheschiff, die MS Wissenschaft 2008, auf die Reise quer durch Deutschland. Die schwimmende Ausstellung macht in rund 30 Städten Halt und führt den Gästen mit interaktiven Exponaten und Spielen vor Augen, in welchen Bereichen Menschen auf die Mathematik zählen können. Ein besonderes Highlight beim Wissenschaftssommer in Leipzig wird das Treffen der besten Kopfrechner der Welt.

Dieses vielfältige Angebot in ganz Deutschland ermöglichen eine Reihe starker Partner, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützen: die Initiative Wissenschaft im Dialog, die Deutsche Telekom Stiftung und die Deutsche Mathematiker Vereinigung (DMV). Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch dem großen Engagement des Fördervereins MNU und seiner Mitglieder. Denn das Jahr der Mathematik baut auf die Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer. Die Anstrengungen engagierter Pädagogen in den vergangenen Jahren haben sich bereits gelohnt und sich in den schulischen Leistungen niedergeschlagen: Bei der PISA-Studie 2006 haben sich die mathematischen Kompetenzen der 15-Jährigen in Deutschland im Vergleich zur vorherigen Studie leicht verbessert – entgegen dem negativen OECDTrend. Das sollte Ansporn für Schulen und Politik sein, sich weiterhin für Mathematik einzusetzen.

Von besseren Leistungen profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler selbst. Schon heute kann der Bedarf an hoch qualifizierten Menschen kaum gedeckt werden. Auf politischer Ebene haben wir deshalb die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung auf den Weg gebracht, bei der Politik, Wirtschaft und Verbände sich mit vereinten Kräften für die Bildung unserer Jugendlichen einsetzen.

Doch wie lassen sich Schülerinnen und Schüler für Mathematik begeistern? Anschaulichkeit ist hier ein wichtiges Stichwort: Es geht darum, Mathematik so zu vermitteln, dass sie zum Erlebnis wird. Mit dem Ideenwettbewerb »Mathe erleben!« sind wir in diesem Jahr auf der Suche nach kreativen Ansätzen und Projekten. Von Ferienspielen bis hin zu mathematischen Wanderung – wir freuen uns auf Ihre Einfälle. Eine Jury wird die 100 kreativsten Ideen auszeichnen, die über www.jahr-der-mathematik.de bei uns eingehen.

Wir wollen auch dazu beitragen, dass bereits bestehende pädagogische Konzepte im Schulalltag umgesetzt werden. Fortbildungen leisten hier einen wichtigen Beitrag. Eine aktuelle Umfrage des Zentrums für empirische Bildungsforschung (zepf) an der Universität Koblenz-Landau belegt, dass sich Lehrerinnen und Lehrer vor allem Seminare wünschen, die das Entdecken und Experimentieren im Unterricht in den Vordergrund stellen. Eine Reihe von Fortbildungsprojekten und Studiengängen konzentrieren sich bereits auf derartige pädagogische Ansätze.

Ein Beispiel: Das Projekt »Mathematik anders machen« der Deutsche Telekom Stiftung und der DMV will den Lehrkräften den Brückenschlag zwischen Hochschulmathematik und dem Unterrichtsstoff erleichtern. Pädagogen lernen in Kursen wie »Geometrie zum Anfassen« oder »Spielereien und Kuriositäten aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung«, wie sich mathematisches Wissen anschaulich vermitteln lässt.

Neue Formen des Mathematikunterrichts stehen auch im Fokus des Projekts »Mathematik Gut Unterrichten « an der Universität Osnabrück. Dabei engagieren sich Lehramtsanwärter, Lehrerinnen und Lehrer sowie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gleichermaßen für die Verbesserung didaktischer und leistungsdiagnostischer Fähigkeiten von Lehrkräften. Erstmals arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus allen Ausbildungsphasen – Studium, Referendariat, Fortbildung – gemeinsam an einem solchem Forschungsvorhaben.

Im Zuge des Wissenschaftsjahres bringt die Deutsche Telekom Stiftung auf Initiative des Fördervereins MNU den Mathekoffer an die Schulen. Die einfallsreiche Materialsammlung zeigt, wie sich Basiswissen lebendig vermitteln lässt. Gefüllt mit Spielen, Karten und Aufgaben zu einer Reihe der Lehrplanthemen, gibt der Koffer den Lehrern Hilfsmittel an die Hand, die den Unterricht zur mathematischen Entdeckungsreise werden lassen.

Fachliche und didaktische Ideen bilden den wichtigen Hintergrund für das diesjährige Wissenschaftsjahr, und sie sind notwendig für den langfristigen Erfolg. Der Mathematik selbst wollen wir in den kommenden Monaten eine neue und größere Öffentlichkeit verschaffen und hoffen, dass Deutschland am Ende des Jahres einen frischen Blick auf das Fach haben wird.

Helfen Sie uns dabei, indem Sie als »Mathemacher« dem Wissenschaftsjahr ein Gesicht geben. Bewerben können Sie sich unter über die Internetseite vom Jahr der Mathematik. Ich zähle auf Sie.


Dr. Annette Schavan
Bundesministerin für Bildung und Forschung

 
 
Dr. Annette Schavan
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